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Der Verrückte, der Starke und die Schreiberin

  • Themenstarter DeletedUser13032
  • Startdatum

Oklahoma-Bill

Hallo Dave,

zu Beitrag 11. vom 16.12.12.

Ich mach es kurz: Wieder hast du ein tolles Kapitel geschrieben. Die letzte Aussage des Sattlers lässt auf einige unerwartete Wendungen hoffen.
Ich lese gleich weiter. :)

Da das Kapitel recht kurz war, schreibe ich gleich hier weiter: Wahnsinn! Dieses Kapitel war ein Schock! Der "arme, hilflose Joe" ist ein Sereienmörder. Toll, wie du den Mord an Zora beschreibst! Das ging mir durch und durch!

Danke fürs Teilen.

Oklahoma-Bill
 
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DeletedUser13032

dann sage ich mal Danke, für das Mega Feedback. Habe deine angesprochenen Fehler ausgebessert und auch mal wieder weitergeschrieben :) Viel Spaß ^.^


„Sie wurde erschossen, mein Gott was wollen sie denn noch von mir hören?!“ Nina schnaubte entrüstet und der Sheriff musterte ihre feinen Gesichtszüge. Als sie seine Blicke bemerkte, errötete sie leicht und wandte den Blick ab. „Ich habe alles gesagt, was ich weiß. Wenn es Sie nicht stört, dann würde ich jetzt gerne gehen. Ich habe noch etwas vor heute und Sie stehlen mir mit dieser sinnlosen Fragerei die Zeit!“ Der Sheriff strich sich selbstgefällig über seinen Schnauzer. Innerlich arbeitete sein Gehirn bereits auf Hochtouren – sofern das nach drei Gläsern Whisky noch möglich war. „Dann bedanke ich mich für die Informationen und wünsche noch einen guten Tag. Ich verspreche, dass wir den Mörder Ihrer Schwester finden werden.“ Nina kniff die Augen zusammen. „Oder Mörderin …“. „Das ist vollkommener Humbug, eine Frau würde sich etwas derartiges nicht wagen, geschweige denn zu so brutalen Methoden greifen. Das beste Beispiel ist das Weib dort hinten.“ Er zeigte kurz mit seinem Kopf in Richtung Zelle, in der sich Magreth aufhielt. Nina würdigte den Sheriff keines weiteren Blickes mehr und öffnete die Tür nach draußen. „Darf ich erfahren, was Sie denn noch so wichtiges vorhaben heute?“. „Den Mord an meiner Schwester aufklären, guten Tag!“
War diese Frau, diese Magreth doch keine Mörderin, hingen die Morde überhaupt zusammen? Nein, sie bezweifelte das. Zum einen war Magreth bereits eingesperrt gewesen, als der Mord verübt wurde und zum anderen unterschieden sich die Vorgehensweisen auf Äußerste. Während Mister Wallace still und heimlich aus dem Leben scheiden musste, war Ninas Schwester aufgeschlitzt worden. Ganz zu schweigen von dem Haufen Blei, das in ihr gefunden wurde. Nina schluckte schwer, der Kloß, groß wie ein halbes Ei, bahnte sich langsam seinen Weg die Speiseröhre hinab. Wo sollte sie zuerst anfangen? Es gab keinerlei Hinweise auf irgendetwas. Am Tatort war nichts zurückgelassen worden, keiner hatte etwas gesehen oder gehört. Sie entschied sich dazu, erst einmal den Saloon zu besuchen. Einen Drink, das konnte sie jetzt vertragen.

Die Nachricht von einem weiteren Mordopfer war erst zu Frank vorgedrungen, als er in der Stadt Besorgungen machte. Natürlich dachte er sofort an Joe und die Lüge von Jonas, doch er verwarf den Gedanken so schnell wie er gekommen war und tat ihn als Hirngespinst ab. Nachdem er den Waffenladen verlassen hatte, steuerte er auf direktem Weg den Saloon an. Heute war wieder eine Menge los, zudem war es sehr kalt und die meisten Menschen in der Stadt trieb es bei solchen Temperaturen einfach in den Saloon - denn es gab nichts wärmerendes als einen Whisky. Zudem beruhigte es etwas die Nerven. Außer man sah zu tief ins Glas, was bei Frank allerdings nie vorkam. Er konnte sich auch nicht daran erinnern, dass er jemals einen über den Durst getrunken hatte. Früher durfte er sich so etwas nicht erlauben, zu viele seiner Kameraden hatten wegen des Alkohols frühzeitig ins Gras gebissen.
Die Luft im Saloon stand und es war anfangs schwer zu atmen ohne das Gefühl zu haben, sich gleich übergeben zu müssen. Höflich drängte sich Frank an den stehenden und sitzenden Leuten vorbei, sein Ziel war die Theke. Es kam ihm so vor, als würde er sich nur mit halber Geschwindigkeit fortbewegen, als verlangsame ihn die stickige und schwere Luft. Der Rauch der Zigaretten brannte in seinen Augen. Die Theke war einfach gearbeitet und aus massiven Eichenholz. Auf der einen Seite stand der Barkeeper alleine in seinem Reich. Auf der anderen gröhlten ihm die Gäste ihre Trinkwünsche entgegen. Frank konnte relativ schnell seinen Wunsch auf ein Gläschen Obstschnaps äußern. Der Barkeeper kam ursprünglich aus Deutschland und hatte allerhand Rezepte von dort hierher gebracht, so auch diesen Schnaps. Ohne Umschweife schnippte Frank zwei Dollar über den Tresen, nahm noch in derselben Bewegung den Schnaps in die Hand und leerte ihn mit einem Zug. Seine Nachbarn links und rechts von ihm beobachteten Franks Reaktion. Aus den Augenwinkel konnte er ihre gaffenden Blicke sehen. Der brennende Alkohol schien seinen gesamten Hals und seine Mundhöhle in Brand gesteckt zu haben. Mit Mühe konnte Frank eine Träne zurückhalten und versuchte normal weiter zu atmen. Nach einigen Augenblicken verflog das schmerzende Gefühl und zurück blieb eine gereinigte Nase und ein Loch im Bauch. Der Schnaps machte Hunger auf Fleisch, oder auf noch mehr Schnaps. Außerdem befreite er die Atemwege und so nahm Frank alles im Saloon nun viel intensiver war. Der stickige Geruch hatte sich größtenteils verflüchtigt, der übertriebene Parfumgestank der billigen Nutten hier war allerdings keine besonders gute Ablösung. Frank ließ seinen Blick umherwandern. Seine geübten Augen sprangen umher und ihnen entging nichts. Die Standorte der Pokertische, potenziell gefährliche Gäste und und und. Doch sein Blick blieb an einer Frau haften. Ihre roten Haare betonten ihr bleiches und fast makelloses Gesicht noch mehr. Sie war von zarter Gestalt. Als er ihr Getränk begutachtete, musste er grinsen. Sie hielt ein halbvolles Glas mit Whisky in der rechten Hand und vor ihr stand ein leeres Glas Bier. Er hätte sie für eine Teetrinkerin gehalten. Lächelnd sah er ihr weiter beim Trinken zu und jedes Mal wenn sie ihr Gesicht vor Ekel verzerrte, lächelte er noch breiter. Den Mann, der auf einmal seine Hand auf ihre Schulter legte, bemerkte er erst spät. Allen Anschein nach wollte er etwas von ihr, dass sie ihm nicht geben wollte. Der Mann war ziemlich bullig und hatte einen blonden Pferdeschwanz. Das allgemeine Getratsche war zu laut, als dass Frank sie hätte verstehen können. Ruhig verlagerte er sein Gewicht nach hinten und stützte sich mit den Unterarmen und mit dem Rücken gegen die Theke. Noch interessanter wurde es, als ein weiterer, vom Suff berauschter, Mann zwei Tische weiter aufstand und zwischen den Riesen und der Rothaarigen trat. Naja, ‚Mann‘ traf es nicht wirklich. Dem Jüngling fielen die schwarzen, fettigen Haare unschuldig ins Gesicht. Frank meinte sogar, ein paar Pickel auf dem Gesicht des Burschen erkennen zu können. Was hatte er wohl vor? Frank hoffte für den Knaben, dass er nichts dummes tun würde. Offensichtlich versuchte er die Rothaarige, die sichtlich erschrocken schaute, vor dem Kasten zu beschützen. Warum musste es ausgerechnet ein Kerl sein, der zwei Köpfe kleiner war. Hatte niemand anderes in der Nähe die Eier dazu, der Frau beizustehen? Es dauerte noch einige Atemzüge, bevor der Mann mit dem Pferdeschwanz den Burschen locker mit einer Hand packte, ihn zur Tür trug und ihn anschließend mit voller Wuchte nach draußen beförderte. Niemand anderes schien auf das Geschehen zu achten, zu mindestens tranken, aßen, erzählten und hurten die Leute normal weiter. Der Kerl rechts neben Frank setzte sein Glas ab. „Ja, niemand legt sich freiwillig mit Sven an. Das arme Mädel, er wird es unbrauchbar machen.“ Verdutzt sah Frank ihm in die Augen. „Na, du weißt schon. Er hat nicht nur auf dem Kopf einen Pferdeschwanz, erzählt man – wenn du weißt was ich meine.“ Er zwinkerte und brummend wandte sich Frank von ihm ab und ging in Richtung Sven, der bereits wieder am Tisch der Frau war. Er meinte noch von hinten ein ‚Mach keinen Fehler‘ zu hören, doch es wurde Zeit dass endlich jemand diesen Koloss in die Schranken wies!
 
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flp007

Zeit, dass ich mich hier auch mal zu Wort melde :). Erstmal: Klasse Idee, klasse Schreibstil. Du schaffst den Geist der damaligen Zeit perfekt zu treffen:up:, denn mal ist die Geschichte ein Krimi, mal lustig. Außerdem nimmt sie viele überraschende Wendungen, aber nicht zuviele. Auch hierfür ein Lob:up:.





PS: Eine Bitte hätte ich noch: Bitte weiterschreiben:)
 

Oklahoma-Bill

[FONT=Times New Roman, serif]Hallo Dave (oder ist dir Fox lieber?),[/FONT]
[FONT=Times New Roman, serif][/FONT]
[FONT=Times New Roman, serif]Beitrag 22 vom 20.01.13[/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Die Geschichte fesselt wieder ab dem ersten Satz und ich musste mich zusammenreißen, um nicht weiterzulesen, ohne ein paar Eindrücke aufzuschreiben. [/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Erster Absatz: Ich finde es einfach toll, wie du die resolute Nina neben den besoffenen und mit Sicherheit unfähigen Sheriff stellst. Und dann fertigt Nina ihn auch noch mit dem Satz ab, dass sie den Mord aufklären wolle... Klasse![/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Nina genehmigt sich einen Drink im Saloon... Die Dame bekommt etwas Anrüchiges. ;-) [/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Absatz 2 Zeile 4: Stimmte es wirklich, dass es „bei solchen „Bedingungen“ die meisten Menschen in den Saloon trieb“? War der Saloon – zumindest für die Dame, die etwas auf sich hielt – nicht eher ein Ort, den man meiden sollte? (Ich frage nur, weil ich es selbst nicht weiß.)[/FONT]
[FONT=Times New Roman, serif]Wo wir grade dabei sind: Ich fände „Temperaturen“ passender, als „Bedingungen“, da du ja nur von Kälte, aber nicht von Niederschlägen schreibst.[/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif][FONT=Times New Roman, serif]Absatz 2, Zeile 9: „Die Theke war einfach gehandhabt und aus massiven Eichenholz.“ [/FONT][FONT=Times New Roman, serif]Du meinst wahrscheinlich „einfach gearbeitet“, oder?[/FONT][/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif][FONT=Times New Roman, serif]Zeile 18: Mit seinen geübten Augen hatte er schnell alles gespeichert. [/FONT][FONT=Times New Roman, serif]Der moderne Begriff scheint mir für einen Western unpassend. Ich würde eher sagen: „Seinen geübten Augen entging nichts“ (Auch, wenn man das in Western schon tausend mal gelesen hat. Passt einfach am Besten.)[/FONT][/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif][FONT=Times New Roman, serif]Zeile 26: „Ein weiterer, vom Suff berauschter Mann war hinzugekommen.“[/FONT][FONT=Times New Roman, serif] Das klingt in dem Zusammenhang, als stünde er neben Frank an der Theke und einen Moment später, versucht der Jüngling Nina zu helfen. Der Sprung ist nicht ganz verständlich. [/FONT][/FONT]
[FONT=Times New Roman, serif][FONT=Times New Roman, serif]Frage: War der junge Mann schon vorher im Saloon und ging jetzt erst zum Tisch von Nina oder betritt der den Saloon in dem Moment, in dem Sven Nina belästigt? Wenn er schon im Saloon war: Von wo geht er auf den Tisch von Nina zu?[/FONT][/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif][FONT=Times New Roman, serif]Die vierte Zeile von unten [/FONT][FONT=Times New Roman, serif]geht schneller, als jetzt nochmal alle Zeilen von oben zu zählen ;-) [/FONT][/FONT]


„[FONT=Times New Roman, serif][FONT=Times New Roman, serif]Das [/FONT][FONT=Times New Roman, serif]Arme[/FONT][FONT=Times New Roman, serif] Mädchen“ [/FONT][FONT=Times New Roman, serif](Alles klar?) [/FONT][/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif][FONT=Times New Roman, serif]Die dritte Zeile von unten: [/FONT][/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif][FONT=Times New Roman, serif]Er hat nicht nur auf dem Kopf einen Pferdeschwanz, sagt man sich [/FONT][FONT=Times New Roman, serif]evt. Besser: „sagt“ oder “erzählt man “ ohne sich – würde ich jetzt so sagen...[/FONT][/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif][FONT=Times New Roman, serif]Jetzt verstehe ich, warum Nina in den Saloon musste. Hier merkt man auch, dass diese „resolute Art“ zumindest teilweise gespielt war. Die Szene als Frank Nina sieht, ist sehr schön geschrieben und die Verbindung zu Frank ist auch glaubhaft. Er ist wohl der Einzige im Saloon, der diesem Sven vielleicht etwas entgegen zu setzen hat. Und dass Sven in Nina ein mögliches Opfer für seinen Übergiff erkennt, ist vollkommen klar. Sehr gute Arbeit.[/FONT][/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif][FONT=Times New Roman, serif]Der Spannungsaufbau in der Geschichte ist dir sehr gut gelungen. Du reizt den Leser immer wieder zum Weiterlesen an und deine Geschichte lässt einen nur schwer wieder los. (Was will man mehr??)[/FONT][/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif][FONT=Times New Roman, serif]See you,[/FONT][/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif][FONT=Times New Roman, serif]Bill
[/FONT][/FONT]
 
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DeletedUser13032

Erstmal danke für das Lon :wink1:

Naja, die Dame ist nur im Saloon, weil sie mal einen Trinken will. Da sie Alkohol aber ja nicht so oft trinkt (verzieht Gesicht), sieht man dass sie nicht allzu oft dort ist.

PS: Alle Achtung wie genau du das liest (von wegen gespeichert und morderne:up:) !

"[FONT=Times New Roman, serif][FONT=Times New Roman, serif]War der junge Mann schon vorher im Saloon und ging jetzt erst zum Tisch von Nina oder betritt der den Saloon in dem Moment, in dem Sven Nina belästigt? Wenn er schon im Saloon war: Von wo geht er auf den Tisch von Nina zu?" der war schon davor im Saloon und steht dann von seinem Platz auf und geht zu ihnen. Habe das entsprechend ausgebessert. [/FONT][/FONT]
 

DeletedUser13032

Frank tippte dem Riesen auf die Schulter. Obwohl Frank recht groß war, musste er dennoch den Kopf leicht in den Nacken legen, um Mister Pferdeschwanz in die Augen sehen zu können. Sven drehte sich mürrisch um. „Was willst du, ich bin beschäftigt.“ „Freundchen, du solltest dir ernsthaft jemanden in deiner Größe suchen.“ Sven drehte sich erneut um und widmete Frank seine volle Aufmerksamkeit. Im Saloon war es eine Spur ruhiger geworden, jedenfalls kam es Frank so vor. „Es gibt keine Frau, die meinem Kaliber standhalten kann.“ Er brach in ein dreckiges Lachen aus und Frank hielt die Luft an um nicht den Geruch aus Whisky und Knoblauchfahne einatmen zu müssen. „Geh weg von ihr, hol dir noch ein Bier an der Bar und dann zieh Leine. Schlaf deinen Rausch aus und geh morgen wieder aufs Feld arbeiten. Du hast doch Arbeit?“ Sven besah sich den muskulös wirkenden Mann genauer. „Sehe ich etwa so aus, als hätte ich keine?“ Frank hob die Augenbrauen. „Erwartest du darauf wirklich eine Antwort?“ Das war genug für Sven. Sein ohnehin schon aufbrausendes Gemüt, noch angestachelt vom Alkohol, ging mit ihm durch und er holte mit seiner mächtigen Faust aus. Für einen Durchschnittsbürger mochte es vielleicht aussehen, als würde Sven mit normaler Geschwindigkeit zu hauen. Doch Frank war darauf gefasst gewesen, dass Sven einer der langsameren Sorte im Kampf war. Grob, brutal aber langsam. Gekonnt duckte er sich unter der angeflogenen Faust hindurch, boxte ihm pfeilschnell zweimal genau in die Niere und ging dann wieder auf drei Schritte Abstand. Sven taumelte kurz, er hatte nicht damit gerechnet, dass sein Schlag ins Leere gehen und ihn damit aus dem Gleichgewicht bringen würde. Erst als er sich wieder aufrecht und in voller Größe vor Frank aufbaute, spürte er den stechenden Schmerz. Doch die vielen Jahre in der eisigen Kälte Skandinaviens hatten den Schweden robust gemacht und er ließ sich nichts anmerken. Der gesamte Raum war verstummt, jeder verfolgte nun das Geschehen. Nichts ging über einen guten Zweikampf, vor allem wenn der bullige Sven mitmischte. Sogar die Musik hatte aufgehört zu spielen und Frank konnte Sven schnaufen hören. Es glitzerten bereits Schweißperlen auf seinem Gesicht und sein Kopf war rot. Frank vermutete, dass es aufgrund seiner Darbietung war. Er hatte Sven komplett aussteigen lassen und ihn vor allen hier gekränkt. Würde Sven ihn zu packen kriegen, wäre es aus. Frank versuchte sich zu entspannen, verlagerte sein Gewicht abwechselnd zwischen seinen Beinen. Links, rechts. Rechts, links. Dann fing er an eine Melodie zu pfeifen, die er seit seiner Kindheit kannte und liebte. Sie gab ihm Ansporn und war recht temporeich. Dabei hielt er stets den Augenkontakt mit seinem Gegenüber, der immer heftiger zu schnaufen begann. Wie ein Stier, der achtlos mit seinen Hufen scharrt, bevor er sich auf sein Opfer stürzt. „Hast du zugehört, Musiker?“. Aus dem anderen Ende des Saloons ertönte ein kleinlautes ‚Ja‘. „Gut, dann spiel es jetzt.“ Doch nichts geschah, der Musiker haute nicht in die Tasten, es blieb still. „Dann halt nicht – kann es los gehen?“ fragte Frank spöttisch. Doch anstatt zu antworten rannte Sven nur blindlings auf Frank zu.
Bevor Sven Frank zu packen bekam, duckte sich dieser erneut unter den gewaltigen Armen hindurch und stand nun wieder hinter dem Schweden. Schnell wie eine Klapperschlange ihre Opfer beißt, so schnell schlug Frank auf Svens Rücken ein. Gefühlte fünf Minuten später drehte sich der Riese endlich zu Frank und schlug wild um sich. Doch der Soldat hatte die Situation längst wieder unter Kontrolle. Langsam ging er ein paar Schritte um den heftig schnaufenden Sven herum. „Wollen wir aufhören?“ Als Antwort bekam er nur ein raues Fauchen. „Eine Chance gebe ich dir noch.“ Nicht anders als zu erwarten funkelten die Augen des Blonden nur böse. Zum ersten Mal seit langem öffnete er auch wieder den Mund. „Wenn ich mit dir Fertig bin, dann schick ich deine Überreste an deine Mutter.“ Frank zwinkerte ihm zu. „Immerhin trägt meine Mutter Kleidung bei der Arbeit.“ Provoziert rannte Sven wieder auf Frank zu. Der wartete ab, er konnte förmlich hören, wie die Massen um ihn die Luft einsogen. Kurz bevor er niedergewalzt wurde, duckte er sich. Keinen Moment zu spät. Während seine Beine leicht einknickten und sein Oberkörper sich nach vorne beugte, schnellte gleichzeitig seine rechte Faust nach oben. Das Gefühl Knochen auf Knochen durchzuckte Franks Arm und gab ihm die Bestätigung für einen harten Treffer. Noch mit voller Geschwindigkeit unterwegs, fiel Sven ausgkenockt gegen Frank und warf ihn mit zu Boden. Knapp verfehlte Franks Kopf eine hölzerne Tischkante. Sven, der über Frank war und etwas weiter vorne, knallte mit voller Wucht gegen diese Kante. Es gab ein hässliches Geräusch und als Frank auf den reglosen Schweden sah, musste er hart schlucken. Das war wirklich extrem blöd gelaufen. Eine riesige tiefe Schramme zog sich Quer über dessen Stirn. Blut war sofort ausgetreten und Svens Haare hatten auf einmal eine ähnliche Farbe wie die der Frau. Obwohl er es nicht nach außen hin zeigte, schmunzelte Frank. Wer so groß ist, fällt tief. Das war alles was ihm dazu einfiel. Er stand auf, klopfte sich auf die Kleidung, als wolle er Wüstenstaub loswerden, und sah demonstrativ auf seinen Gegner hinab. Nach einigen weiteren Sekunden des Schweigens, blickte er in die Runde. Entsetzen, Freude, Furcht, Hohn und Fassungslosigkeit konnte er in den Augen der Gäste ablesen. Doch das eine Gesicht, nach dem er suchte, fand er nicht. Verwirrt ging er die Personen durch, doch er konnte sie nicht finden. Als die ersten Rufe nach dem Sheriff laut wurden, beschloss Frank zu verschwinden. Er eilte schnell nach draußen, niemand versuchte ihn aufzuhalten. Als er hinaus in die Kälte trat, fiel ihm sofort wieder ein, dass er seinen Mantel im Saloon vergessen hatte. Aber nichts konnte ihn wieder dort hinein bringen. Wer weiß, ob er noch einmal so einfach heraus käme. Nach einigen Schritten, der frisch aufkommende Schneefall hatte sein Hemd bereits durchnässt, sah er von weitem die rothaarige Frau. Gepackt von seinem Elan, sprintete er auf sie zu. Als sie ihn bemerkte, lächelte sie nicht wie er es erwartet hatte. Stattdessen legte sie lediglich den Kopf schief und verschränkte die Arme vor der Brust. Etwas unsicher begann Frank das Gespräch.
Ich, ich habe da drinnen gerade gekämpft, für dich.“
Sie nickte nur.
Weißt du was er mit dir angestellt hätte?“
Wieder ein Nicken. Langsam wurde es Frank unwohl.
Bekomme ich kein Danke?“
Danke.“, sagte die Frau spitz, aber nicht unhöflich. Dann kam sie bis auf einen Schritt auf Frank zu.
Woher kannst du das?“
Kämpfen?“
Nein, Stricken.“ Sie sah ihn ernst an. Frank wusste nicht, wie er reagieren sollte, da gab sie ihm einen leichten Schubs.
Natürlich Kämpfen.“
Sagen wir, in meiner Vergangenheit habe ich des öfteren mit Rüpeln wie Sven zu tun gehabt.“
Der Rotschopf hob interessiert die Augenbrauen.
Nur in der Vergangenheit, klar.“ Sie zwinkerte. „Hast du vielleicht Interesse daran, dir wieder etwas Geld zu verdienen. Jetzt wo dein Arbeitgeber ermordet wurde.“ Er sah sie mit zusammengekniffen Augen an. Woher wusste sie das? Doch bevor er auch nur fragen konnte, fing sie wieder an zu reden. „Ich bin Journalistin, es ist mein Beruf über so etwas Bescheid zu wissen. Wie gesagt, hast du Interesse?“ Frank fing an zu lächeln. Konnte man diesem Zuckermund widerstehen?
 

DeletedUser13032

Nina fuhr sich mit zittrigen Händen durch die Haare. Mehrere Stunden hatte sie sich nun mit dem Soldaten beraten. Das einzige, was es sich lohnen würde zu verfolgen, war der Verdacht von ihm. Ein Neger, der auch bei Wallace gearbeitet hatte, schien verdächtig zu sein. Doch der Sheriff hatte ihn bereits ein Mal eingesperrt gehabt. Daher war es fragwürdig, ob der Schwarze wirklich ihr Mann war. Nina bezweifelte es, doch in ihrer momentanen Situation war sie überglücklich für jeden noch so kleinen Tipp.
Wie gehen wir die Sache am Besten an?“, fragte sie Frank und zupfte nervös an ihrem Rockzipfel.
Ich habe schon seit längerem eine Idee, aber das wäre recht barbarisch.“
Irritiert blickte Nina auf, was meinte Frank?
Immer raus damit, wir sind unter uns.“
Er schwieg noch einen kurzen Augenblick, ehe er den Mund öffnete.
Noch einmal die Fakten: Ich weiß, dass Joe etwas durch den Wind ist und außerdem das ganze System im Land hast. Die Medien, die Wirtschaft, die Politik, die Menschen. Einfach alles. Erinnerst du dich an die kleine Hellen Bora?“
Nina nickte wild, wie könnte sie jemals das ausdruckslose Gesicht des Mädchen vergessen, wie es da lag. Halb im Wasser, halb auf dem Steg. Als Nina damals ankam, war Hellens Blut bereits getrocknet und es sah aus, als hätte sie sich ein großes rotes Lätzchen umgebunden. Ein Lazarettarzt, der zufällig in der Stadt war, meinte, wäre es nicht so unnatürlich kalt gewesen, wäre noch weitaus mehr Blut aus der Wunde am Hals gekommen.
Gut, was stand darüber in der Zeitung?“
Der Tatsachenbericht. Der Sheriff und seine Männer haben nichts finden können und den Fall schnell beiseite gelegt.“
Frank sah sie ernst an.
Richtig, der Bericht war glaube ich auf einer der hinteren Seiten. Oder?“
Ja genau, Leider Gottes wurde am selben Tag die Zuglinie nach New York fertig gestellt. Das hat dann den Platz auf der Titelseite bekommen.“
Frank lies seine Finger knacken.
Ich überspringe den Teil mit Mister Wallace, den kennst du ja bereits in und auswendig. Ich komme direkt zu deiner Schwester.“
Was ist mit ihr?“
Nina blickte fragend in Franks leere Augen.
Fällt es dir denn nicht von selbst ein?“
Es brauchte noch einige Atemzüge, ehe Nina es begriff. Aber nein, das konnte doch nicht sein. Frank konnte unmöglich das meinen.
Als hätte er Ninas Gedanken gelesen, räusperte sich Frank erneut.
Der Mörder bekommt durch die Times nicht die Art von Aufmerksamkeit, die er möchte. Der Mord an einem kleinen Kind und der Mord an einem Eisenbahngesellschafter haben nicht das nötige Interesse der Öffentlichkeit erregt. Was bleibt ihm also anderes übrig, als denjenigen umzubringen, der für Neutralisierung seiner Taten verantwortlich ist? In unserem Fall, diejenige.“
Frank lies seine Worte wirken und die Irin schluckte schwer. Sie hatte begriffen, der Mörder wusste nichts von ihrer Schwester. Nina war das Ziel gewesen, nicht Zora! Doch bevor sich Nina Vorwürfe machen konnte, sprang Frank auf und legte ihr behutsam einen Finger auf die Lippen.
Nein, wir kriegen ihn. Du musst nur etwas in die Zeitung schreiben, dass ihn stutzig macht. Und wir müssen mit dem Sheriff sprechen. Jetzt gleich!“


Joe stutzte. Was las er denn da? '… Stichwunden getötet. Die einzige Zeugin ist beim Sheriff vorgeladen. Es handelt sich hierbei um die Zwillingsschwester der Ermordeten …'. Stirnrunzelnt legte Joe das Blatt weg. Zwillingsschwester? Hatte er die falsche der zwei Schwestern erwischt? Das konnte nicht sein. Doch je mehr er darüber nachdachte, desto unsicherer wurde er sich. Wie von der Tarantel gestochen stand er auf und verließ die Ranch, auf der er heimlich den Tag verbracht hatte. Er machte sich auf in Richtung des Sheriffbüros, Zoras Waffe hatte er eingesteckt und griffbereit. Was man anfängt, das bringt man auch zu Ende.
Es dämmerte bereits, als er in der Stadt ankam. Keine Menschenseele war mehr auf der Straße. Es war, als stände der komplette Platz um und zwischen den Häusern unter Quarantäne. Die Lichter, die durch die Fenster auf die Straße fielen, erzählten Joe eine Geschichte von Wärme und Geborgenheit. Er konnte beides im Moment nicht brauchen. Er war eiskalt. Und ihm stand die pure Mordlust ins Gesicht geschrieben. Langsam stapfte er durch den Schnee, dann sah er durch das Fenster in das Office hinein. Zwei, vielleicht drei Meter direkt vor der Tür saßen sich der Sheriff und sein Opfer gegenüber. Sie tranken nichts, sie aßen nichts. Lediglich ein Stapel Papierkram war zu sehen. Vermutlich nahm er gerade ihre Aussage auf, um sie später zu prüfen. Joe wartete noch einen kurzen Moment, doch niemand weiteres tauchte mehr auf. Er ließ von dem Fenster ab und stellte sich vor die Tür. Sie sah nicht besonders stabil aus. Mit gezogener Waffe trat er gezielt auf das Schloss und die Tür schwang mit einem krachenden Geräusch auf.
 

Cincinnati Cid

´ne klasse Story, liest sich prima.. nur die ersten Teile fand ich ein bissl groß, schwer zu überschauen ... jetzt fehlt Dir nur noch ein Verlag, der deine Geschichten bindet und verkauft - so etwa als Taschenbuch/Roman für ca 9,95 euronen das Buch
Sie (die Geschichte) oder besser gesagt 'dein SchreibStil' erinnert mich auch sehr stark an einen anderen Schreiber, genannt 'der Wasserfalke', hat geniale Story´s geschrieben ... werd den Gedanken nicht los, das er hier wieder aktiv ist..

gruß Cid
 
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DeletedUser13032

danke Cid :) Ja, WAsserfalke sagt mir auch noch was, seine ironisch-kritschen Geschichten waren echt klasse :up:
 

Oklahoma-Bill

[FONT=Times New Roman, serif]Hallo Dave,
[/FONT]
[FONT=Times New Roman, serif]
[/FONT]
[FONT=Times New Roman, serif]endlich komme ich dazu deine Geschichte weiter zu lesen. Lange genug hat es gedauert. :-) [/FONT]
[FONT=Times New Roman, serif][/FONT]
[FONT=Times New Roman, serif]Beitrag 26 vom 22.01. [/FONT]



[FONT=Times New Roman, serif]Vorab noch ein Wort zum letzten Kapitel: Das Problem mit dem „gespeichert“ hast du toll gelöst! So stell ich mir Frank vor. Das passt genau zu seiner Art.[/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Absatz 1, Zeile 3: Sven drehte sich erneut um und widmete Frank seine volle Aufmerksamkeit. Du erwähnst vorher nicht, dass er sich wieder „seiner Beschäftigung widmet“. Du könntest das lösen, indem du schreibst: „Was willst du? Ich bin beschäftigt.“, knurrte er und wandte sich wieder zu Nina um. (oder: und wandte sich wieder Nina zu. Oder sogar: ...seiner „Beschäftigung“ zu.) Dann der Satz: „Freundchen, du solltest...“ und dann: Sven drehte sich erneut um.[/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Wie Frank Sven dann provoziert, ist herrlich gemacht! So hat Sven den ersten Schlag und Frank „wehrt sich nur“... Gute Arbeit!![/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Die Feinheiten der Prügelszene: z.B.: Melodie Pfeifen, den Pianisten auffordern, sie zu spielen, sind toll gemacht! Das gibt der Szene besonderen Flair und Witz![/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Eine allgemeine Anmerkung: Ich arbeite zur Zeit an einer ähnlichen Szene. Dabei habe ich mich an einen Merksatz erinnert, den mir eine Autorin mal mitgegeben hat: „Kurze Sätze machen eine Geschichte schnell, lange Sätze verlangsamen eine Geschichte. Die Mischung machts.“[/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]An einem Beispiel aus deinem Kapitel könnte das heißen: „Sven taumelte kurz. Er hatte nicht damit gerechnet, dass sein Schlag ins Leere gehen würde.“ Dass er dabei aus dem Gleichgewicht kommt, ist – für mich - klar, müsstest du also nicht unbedingt erwähnen. (Kannst du aber stehen lassen ;-) ) Der lange Satz: „Gekonnt duckte er sich...“, passt aber gut!!![/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Zeile 10: die „angeflogene Faust“ klingt ungewohnt. Mir fällt aber grade auch nichts besseres ein. [/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Ein Tipp zu deinen Dialogen: Vielleicht könntest du dir angewöhnen, für jeden Sprecher eines Dialoges eine neue Zeile anzufangen? Dadurch werden die Gespräche übersichtlicher. Ein Beispiel aus deinem Text: [/FONT]


„[FONT=Times New Roman, serif]Geh weg von ihr, hol dir noch ein Bier an der Bar und dann zieh Leine. Schlaf deinen Rausch aus und geh morgen wieder aufs Feld arbeiten. Du hast doch Arbeit?“ Sven besah sich den muskulös wirkenden Mann genauer. „Sehe ich etwa so aus, als hätte ich keine?“ Frank hob die Augenbrauen. „Erwartest du darauf wirklich eine Antwort?“ Das war genug für Sven. Sein ohnehin schon aufbrausendes Gemüt, noch angestachelt vom Alkohol, ging mit ihm durch und er holte mit seiner mächtigen Faust aus. [/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]würde dann so aussehen: [/FONT]


„[FONT=Times New Roman, serif]Geh weg von ihr, hol dir noch ein Bier an der Bar und dann zieh Leine. Schlaf deinen Rausch aus und geh morgen wieder aufs Feld, arbeiten. Du hast doch Arbeit?“[/FONT]
[FONT=Times New Roman, serif]Sven besah sich den muskulös wirkenden Mann genauer. „Seh ich etwa so aus, als hätte ich keine?“[/FONT]
[FONT=Times New Roman, serif]Frank hob eine Augenbraue. „Erwartest du darauf wirklich eine Antwort?“[/FONT]
[FONT=Times New Roman, serif]Das war genug für Sven...[/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Ich hab grade gesehen, dass du diese Idee weiter unten dann umsetzt. Sorry.[/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Gefühlte fünf Minuten später[FONT=Times New Roman, serif][/FONT][FONT=Times New Roman, serif](Einfach toll!!) [/FONT][FONT=Times New Roman, serif]drehte sich der Riese endlich zu Frank... [/FONT][FONT=Times New Roman, serif](um?) [/FONT][/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Wie du Frank nach dem Kampf aus dem Saloon bringst, ist sehr schön geschrieben. Das Gespräch zwischen Frank und Nina ist klasse!! Da haben sich zwei gefunden...[/FONT]

See you,

Bill :-)
 

Oklahoma-Bill

Hallo Dave,

[FONT=Times New Roman, serif]Und wieder ein gelungenes Kapitel. Sehr gut! Danke fürs Teilen.[/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Hier noch ein paar Feinheiten, die mir aufgefallen sind. [/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Absatz 1, Satz 1: Warum zittern Ninas Hände?[/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Zeile 5:[/FONT][FONT=Times New Roman, serif] [/FONT][FONT=Times New Roman, serif]fragte sie Frank und zupfte nervös an ihrem Rockzipfel.[/FONT] Müsste sie dazu nicht den Rock etwas zu sehr anheben? Vielleicht: ...an ihrem Rock. Dann kann sie auch weiter oben zupfen.


Zeile 10:[FONT=Times New Roman, serif][/FONT][FONT=Times New Roman, serif]ist und außerdem das ganze System im Land hast.[/FONT] (Das müsste wohl „hasst“ heißen):)


[FONT=Times New Roman, serif]Absatz 2, Zeile 3: [/FONT][FONT=Times New Roman, serif]desto unsicherer wurde er sich.[/FONT][FONT=Times New Roman, serif][/FONT][FONT=Times New Roman, serif]Evt besser ohne „sich“. :)[/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]See you,[/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif]Bill[/FONT]
[FONT=Times New Roman, serif][/FONT]
 

DeletedUser13032

so jetzt das Ende der Geschichte, bin ich ja noch schuldig ;)

[FONT=Arial, sans-serif]Am Rande der Stadt legte Frank Ninas leblosen Körper auf den schneeweichen Untergrund. Als sie aufgehört hatte Blut zu spucken, schwand auch ihre letzte Kraft und ihr Herz stellte den Betrieb ein. Jeder Mann hätte geweint. Nina war für Frank eine Art Liebe gewesen, er hatte noch nie etwas derartiges für jemanden verspürt. Und nur wenige Stunden, nachdem sie sich kennen gelernt hatten, waren sie schon wieder getrennt worden. Für immer. Doch Frank war nicht wie andere Männer. Seine Seele trauerte, sein Körper gab keinen Mucks von sich. Scharf sog er die eiskalte Luft ein, sodass seine Lunge anfing zu brennen. Er ignorierte den Schmerz, wusste jedoch auch nicht wohin mit ihm. Während er langsam wieder auf Touren kam und sich Gedanken machte, wie es nun weitergehen sollte, stand sein Beschluss eigentlich schon fest. Er würde das tun was er am Besten konnte: Spurlos verschwinden und woanders sein Leben weiterführen. Wahrscheinlich als Söldner, an den Grenzen gab es immer Konflikte zu lösen. Oder aber als Kopfgeldjäger. Die Auswahl für einen Mann mit den Fähigkeiten von Frank waren schier endlos. Rufe weckten ihn aus seinen tiefen Gedanken. [/FONT]
„[FONT=Arial, sans-serif]Sie rufen nach dir, meine Hübsche.“ [/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Behutsam strich er ihr mit seinen kühlen Fingerknochen über das bereits blasse Gesicht. Die Sommersprossen waren kaum mehr zu erkennen, das Rot ihrer Haare schien seine Transparenz verloren zu haben. Während er mit der einen Hand ihr Gesicht streichelte, schaufelte er mit der anderen langsam aber sicher Schnee auf Ninas Brustkorb. Die Wunde sollte verdeckt werden, die ganze Leiche sollte vergraben werden. Doch er hatte keine Zeit mehr. Würde ihn die Masse hier finden, wäre womöglich noch der drei Meter entfernte Baum sein Lynchtod. Er schloss Ninas Augen mit seinen Fingern und gab ihr einen sanften Kuss auf die Stirn. Es sollte wohl nicht sein, Frank war dazu verdammt, sein Leben allein zu bestreiten. Ruhig atmend erhob er sich. Und nicht wirklich geliebt zu werden. Die entfernten Rufe kamen bereits näher, wurden lauter. Texas wäre wohl seine Wahl. Weit genug entfernt von Boston und es war warm! Ein letzter schwerer Seufzer und er wandte sich von Nina ab, die nur am Boden zu liegen und friedlich unter einer Schneedecke zu schlafen schien.[/FONT]




[FONT=Arial, sans-serif]Sieben Jahre später, irgendwo in Dakota.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Die Schlacht war bereits seit mehreren Stunden vorüber. Nichtsdestotrotz stiegen noch überall zwischen den leblosen Körpern etliche Krieger umher. Hier und da war noch ein kurzer Aufschrei zu hören, ehe der Klang der Stimme abrupt endete. Auch Frank war da. Irgendwo zwischen drei Rothäuten und zwei uniformierten Soldaten. Es war das erste Mal, dass er nach dem Ende eines Kampfes so da lag. Horizontal, die Sicht und das Atmen eingeschränkt. Er blutete aus zahlreichen Wunden, ein abgebrochene Pfeil steckte in seiner linken Wade und beim Zweikampf mit einem der Sioux Kämpfer hatte ihn ein Tomahawk niedergestreckt. Komplett wehrlos versuchte Frank nun vorsichtig und vorallem so wenig wie möglich zu atmen. Sich tot zu stellen um zu überleben. Doch die Indianer verstanden es, solche Leute ausfindig zu machen. Weitere zehn, vielleicht waren es auch zwanzig, Minuten vergingen. Frank hatte schon seit einiger Zeit nichts mehr gehört und wagte es kurz zu blinzeln. Sein Herz blieb beinahe stehen. Direkt über ihm stand einer der Krieger, sein rasierklingenscharfes Messer gezückt. Er sagte etwas in einer anderen Sprache, doch Frank war sich sicher, dass es nichts gutes für ihn bedeutete. Ehe er sich auch nur die Mühe einer Bewegung machen konnte, hatte sich der Sioux bereits auf ihn gesetzt. Bei vollem Bewusstsein und mit aufgerissen Augen sah Frank den Schrecken kommen. Als der Indianer die Klinge an Franks Haaransatz ansetzte, fuhr ihm der ganze Schrecken des Moments in die Glieder. Frank wollte sich aufbäumen, mit seinen Gliedern wild um sich schlagen. Doch der kräftige Indianer lies keine Freiräume für seinen Gefangen zu. Dann begann er damit, die Kopfhaut des Weißen abzuziehen. Franks Augen wurden zwangsläufig aufgerissen, seine gesamte Gesichtshaut zog sich nach hinten, während der Sioux gemächlich mit dem Messer durch die Kopfhaut schnitt. Mit einem letzten kraftvollen Schwung befreite er die Klinge wieder aus dem Haarbüschel und hielt nun triumphierend mit der linken Hand den Hautlappen hoch, der nur wenige Augenblicke zuvor noch auf Franks Kopf gewesen war. Indianer ringsum sie herum fielen in den Siegesgesang mit ein. Frank war halb bewusstlos vor Schmerz. Seine Augen gaben ihm kein korrektes Bild wider, die Welt um ihn herum war grau in grau. Gerade als der Schmerz an seinem Kopf am heftigsten war, spürte er einen weiteren Stich. Die Waffe des Indianers hatte sich in Franks Herz gebohrt. In dem Moment, in dem Frank realisierte, dass er starb, bemerkte er erst, dass er die ganze Zeit wie am Spieß geschrien hatte. Doch sein Schrei verstummte, endete in einem Gegurgel aus Blut und verlor sich schließlich auf dem weiten Feld unter all den anderen Skalpierten.[/FONT]