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TWTimes Ausgabe Juni 2026 - Nr. 208

Ich Finte die Set, Buffs undTomatenfestival "La Tomatina" Charakter toll! Da mir alle 3 Gefehlt welle ich alle 3 Tomatenfestival "La Tomatina" aus!Seite 11 - 13 :up:
 
Aufgrund eines Terminproblems hat es der fertige Artikel "Kalenderblatt Juni 2026" leider nicht mehr ins Layout geschafft. Da die Sache mit dem Schwein jedoch zu komisch ist, um euch ein ganzes Jahr darauf warten zu lassen, posten wir den Artikel ausnahmsweise hier :)

Der Oregon-Kompromiss von 1846

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind nicht bereits seit ihrer Gründung in den 1780er Jahren das Gebilde aus 50 Bundesstaaten, bestehend aus den kontinentalen USA, Alaska und einigen Inseln, das wir es heute kennen. Noch bis zur Mitte der 1840er Jahre hatten weder die Südgrenze zu Mexiko noch die Nordgrenze zu Kanada ihre heutige Gestalt. Auch die heute westlichsten Staaten der kontinentalen USA am Pazifik waren noch nicht Teil der Vereinigten Staaten. Eines dieser Probleme wurde im Juni 1846 gelöst und hat sich damit einen Platz nicht nur in den Geschichtsbüchern, sondern auch im aktuellen Kalenderblatt der TWTimes verdient.

Zu dieser Zeit waren die beiden nordwestlichsten Bundesstaaten der USA, Washington und Oregon, noch keine getrennten politischen Einheiten. Sie waren unter dem Begriff "Oregon Country" zusammengefasst und erstreckten sich deutlich weiter nach Norden. Sie umfassten damit beträchtliche Gebiete, die heute zur kanadischen Provinz British Columbia gehören.

Da diese Gebiete reich an Holz waren und und vielen Pelztieren eine Heimat boten, waren sie von jeher wirtschaftlich attraktiv. Ais diesem Grund hatten die USA und das Vereinigte Königreich, zu dem das heutige Kanada damals gehörte, im Londoner Vertrag von 1818 die gemeinsame Nutzung des Gebietes vereinbart. Dass eine gemeinsame Nutzung bei gleichzeitiger wirtschaftlicher Konkurrenz keine dauerhaft sinnvolle Lösung sein kann, ist selbsterklärend. Schon in den 1820er Jahren nahmen die Spannungen zu und waren in den 1830er Jahren nicht mehr zu ignorieren. Gegenseitige Forderungen nach ausschließlichem Besitz wechselten sich ab, wobei der radikalste britische Vorschlag eine Grenze am 42. Breitengrad vorsah und die radikalste amerikanische die Grenze am 54. Breitengrad forderte - zwischen beiden Breitengraden liegen über 1300 Kilometer Land. Es ging hier also nicht um Kleinigkeiten, sondern um Gebiete, die etwa in Europa schon ganze Staaten ausmachen würden.

Im Zuge des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges, der im April 1846 begann und die amerikanische Südgrenze festlegte, waren die amerikanischen Kräfte militärisch gebunden, sodass eine Eskalation des Konflikts mit dem Vereinigten Königreich nicht in Frage kam. Daher einigte man sich gütlich auf einen Kompromiss. Der sogenannte Oregon-Vertrag (englisch: Oregon Treaty) wurde vom damaligen amerikanischen Außenminister und späteren Präsidenten James Buchanan und Richard Pakenham, dem bevollmächtigten Kronrat Königin Victorias, ausgehandelt und am 15. Juni 1846 in Washington D.C. unterzeichnet. In ihm wurde der 49. Breitengrad als Grenze zwischen den USA und dem damals noch britischen Gebiet, das heute Kanada ist, festgelegt.

Diese Grenze ist bis heute intakt und wurde im Großen und Ganzen nicht mehr in Frage gestellt. Einzige Ausnahme ist der historisch kuriose sogenannte "Schweinekonflikts" (englisch Pig War) im Jahr 1859. Aufgrund einer unklaren Grenzbeschreibung auf der San Juan Insel erschoss der US-amerikanische Landwirt Lyman Cutlar ein fremdes, in seinem Garten marodierendes Schwein. Als alle Versuche, einen Kompromiss und Wiedergutmachung zwischen dem Schweinetreiber und dem Schweinemörder zu finden, gescheitert waren, eskalierte die Situation und das amerikanische und britische Militär marschierten auf. Bis zum September standen über 450 amerikanische Soldaten mit 22 Geschützen zu Lande und zu Wasser unter dem Kommando von Major Silas Casey bereit, um den drei britischen Kriegsschiffen mit 70 Geschützen und 2140 Soldaten entgegenzutreten. Es kam jedoch zu keiner Zeit zu Gefechten. Dass Grenzziehungen zwischen Großmächten im Zeitalter des Imperialismus kein Kinderspiel waren, zeigt die Tatsache, dass der Konflikt 12 Jahre lang schwelte und letztlich erst durch eine Vermittlung des deutschen Kaisers Wilhelm I. im Jahre 1872 gelöst wurde, als eine vom Kaiser eingesetzte Kommission die San Juan Insel den USA zuerkannte. Die amerikanischen und britischen Truppen zogen ab, alle Seiten akzeptierten das Ergebnis und das arme Schwein blieb das einzige Opfer des nach ihm benannten Pig War.

(Tony Montana 1602)
 
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