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Styled Bill

Entdecker
@Titus Santana @Birdie

Das überlasse ich gerne Birdie, weil ... ach ... meine Augen brauchen mal Pause ... ich hab ja noch die letzten vier Folgen der zweiten Staffel "Outer Range" vor mir, und nächsten Freitag fängt die EM an, die - da sie weder in Russland noch in Katar stattfindet - mir keiner per schlechtes-Gewissen-Vermittlung madig machen kann. Aber die vier restlichen Folgen Outer Range schiebe ich halt irgendwie vor mir her. Letztens kam mir sogar der Gedanke, dass ich mir doch einfach mal die finale Staffel von "Star Trek: Discovery" ansehe, bevor ich mir die letzten Folgen von Outer ... das ist, wie einen Zahnarzttermin durch eine Blinddarm-OP ohne Betäubung zu ersetzen. Also hab ich mir meinen Bauch rasiert und DISCO angeschmissen ... aus zwei Gründen: zum einen spielt da Callum Keith Rennie mit, den ich schon seit "Ein Mountie in Chicago" mag, und zum anderen wegen des Zauberworts: final! Aber "Eric" krieg ich während der EM angeschaut und sag was dazu, sollte Birdie es verkacken. :D Ich handle DISCO aber mal kurz (für meine Verhältnisse) ab:

Ja, er spielt tatsächlich mit. Callum Keith Rennie, der einzige Lichtblick in dem unterirdischen "Saw: Jigsaw" (in seiner Grottigkeit nur noch getoppt von "Saw: Spiral" ... weißte, da freu ich mich wirklich, Chris Rock mal in einer ernsten Rolle zu sehen, und dann kommt das dabei raus ... Gott, war der Film schlecht!) und mein zweitliebster Zylon. Und Nummer Zwei spielt als neue Nummer Eins (Brüller ... biblischen Ausmaßes!) sogar auf der Brücke der Discovery, die sich bis dato ja echt nur dadurch auszeichnete, dass sie kein Mensch mit abgeschlossener Schauspielausbildung je zuvor betreten durfte (Michelle Yeoh, Jason Isaacs, Doug Jones und Mason Mount als die vier Ausnahmen, die die fünfstaffelige Regel bestätigen). Und die ersten fünf Folgen der letzten Staffel macht es auch Spaß, Rennie zuzusehen. Er spielt da halt mit einer Ich-flieg-lieber-solo-und-vertraue-niemandem-Attitüde, die perfekt zu ihm passt, hübsch bärbeißig und stur wie tausend Rinder. Und ich denke, kurz vor Folge sechs haben die Showrunner und Produzenten ihren Fehler eingesehen und ihn zur für die Handlung kaum noch relevanten Nebenfigur degradiert, der erst in der letzten Folge noch mal ein bisschen mitmischen darf, aber auch nur unter der Voraussetzung, dass ein Sechsjähriger Stargate: Kommando SG-1-Fan seine Zeilen schreiben darf. Denn DISCO hat nur eine Protagonistin, und die hört auf den schönen Namen Michael Burnham. Nichts soll von ihr ablenken, denn sie allein hebt die Serie qualitativ schließlich in Höhen, die noch nie ein Mensch zuvor ... seit wann ist Cannabis eigentlich in den USA legal?

Kurz zum Guten an der Serie: ich war bass erstaunt, dass die Staffel tatsächlich spannend gescriptet und flott erzählt wurde. Auch wurde vom (im Gegensatz zu den ersten beiden Staffeln) dauerhaften Gebrauch der Dutch Angle abgesehen (schiefe Kameraeinstellung), wofür mein Nacken sich artig bedankt. Und einer der Drehbuchautoren hat kurz vor der letzten Staffel wahrscheinlich einen Dan Brown-Roman gelesen und sich eine Schnitzeljagd-Story ausgedacht. Zu meinem großen Erstaunen macht die sogar durchaus Sinn und Spaß. Am Ende wird sogar die gar nicht mal so vollpfostige transzendental-philosophische Frage in den Raum gestellt, was wäre, wenn Gott auch nur ein Geschöpf ist, also erschaffen wurde ... das ist so rein von der Story her echt mal ein versöhnlicher Abschluss dieser gruselgruftigen Serie. Soviel zum Guten an der Staffel.

Kommen wir zum ... neee ... würde ich jetzt alles aufschreiben, was mir an DISCO nicht gefällt, würde das wahrscheinlich so lange dauern, bis die Realität bei Star Trek angekommen ist. Deshalb stellvertretend nur ein paar Punkte:


- Star Trek ist nicht Star Wars, ist nicht Stargate und ist noch nicht einmal Starsky und Hutch! Star Trek war nie nur Krach-Bumm-Peng und humorige oder moralingetränkte Oneliner. Und ganz selten war es schlicht der Kampf Gut gegen Böse. Klar, in einigen Folgen (vor allem in den Filmen) gab's das auch. Aber halt nicht nur! Star Trek war (zumindest für mich) immer, vermittelnd, neugierig, forschend und politisch (die ganzen Klingonen-Folgen allein). Mir kommt das so vor, als wolle da irgendsoein Studiohampel auf Gedeih und Verderb Star Trek in die Star Wars- oder Galactica- oder Stargate SG-1-Ecke schieben, weil ... keine Ahnung ... LSD, chronische Untervögelung oder einfach nur, weil er Star Trek mit Star Wars verwechselt hat und sich die ganze Zeit fragt, wann er denn endlich was über die Ewoks schreiben darf. Aber um zu zeigen, dass es sich um echtes, reales, voll richtiges Star Trek handelt, wird gebeamt ... es wird gebeamt, was das Zeug hält. Die gehen nicht mehr von der Brücke in den Raum des Captains oder fahren mit dem Turbolift zum Maschinenraum, die zehn, zwanzig Meter Fußweg sind zu lang, die hauen sich stattdessen zweimal auf die Brust und beamen dorthin. Dass sich noch keiner in einen Turbolift gebeamt hat, ist eigentlich alles. Scotty würde sich im Grabe drehen.

"Babylon 5" hätte man z.B. rebooten können, da steht auch "Roddenberry" drauf. Da braucht es SFX, da braucht es neue entstellte Gesichter (mir ist vollkommen klar, dass nicht alle Außerirdischen und sonstige Protagonisten aussehen können wie Halle Berry oder Megan Fox oder Schorsch Clooney oder Brad Pitt. Warum man die bei "Babylon 5" aber alle auf der Hässlichkeitsskala so um Karl-Dall-Niveau herum festtackern musste, ist mir allerdings ein Rätsel!) Man hätte auch "Firefly - Der Aufbruch der Serenity" fortsetzen können - den (jetzt echt nicht so dollen) Film hätte man dann vielleicht einfach nur als bösen Traum River Tam's deklarieren können ... irgendwas halt. Obwohl die Serie für die von mir angenommene geistige Verfassung der Anhängerschaft DISCOs eindeutig zu hoch ist. Das ist wie Lustiges Taschenbuch Nr. 145 gegen James Joyce: ein ungleicher Kampf! Aber ich schweife ab ...

Worauf ich hinauswill: Da gibt es eine TNG-Folge, die heißt "Wem gehört Data?", und ist mit eine der besten, wenn nicht sogar die beste Folge der Serie. Und da kam weder CGI zum Einsatz (in einer Szene gibt es einen Blick aus einem Bullauge, und da fliegt ein Raumschiff vorbei ... das kannst Du mit einem Fernseher hinter dem Guckloch erreichen), noch war es eine Meisterleistung der maskenbildenden SFX-Abteilung, Brent Spiner als Data den Arm auf den Rücken zu binden, damit man an dessen Stelle einen künstlichen Arm anklebt, den Riker dann öffentlichkeitswirksam wieder abschraubt ... keiner stirbt, es wurde nicht einmal geschossen, keiner wird verstümmelt, nichts explodiert, es wird nicht dreiviertel der Folge untertiteltes Klingonisch gesprochen, auch der Romulanische Geheimdienst vom Geheimdienst vom Geheimdienst kommt nicht darin vor ... und die Folge hat trotzdem funktioniert, aber hallo! Und unter anderem diese Folge ist für viele nicht weniger als der Maßstab für Star Trek.

Was spricht eigentlich dagegen, so eine Serie wieder neu zu schaffen? Sie wäre weit, weit kostengünstiger produziert als der DISCO-Müll (und damit auch nicht mehr so verdammt abhängig von den Einschaltquoten), hätte aber bei weitem mehr Fans und gute Kritiken. Und wenn Du halt mit Star Trek nicht mehr die Masse bedienen kannst, dann lass es doch einfach, herrgottnocheins! Aber verkauft nicht DISCO als Star Trek, das es einfach nicht mehr ist. Bestenfalls ist das "Treksploitation", mehr aber auch nicht. Nimm zehn Trekkies per Losentscheid, gib denen genug Junkfood und Gummibärchensaft aus rot-weiß-silbernen Dosen, lass sie dann einen Monat lang über der Memory Alpha hocken, und die schreiben Dir eine Star-Trek-Serie, die den Namen auch wieder verdient hätte. Und das garantiert umsonst! Nur, weil die auch ganz gern mal wieder was "Trekkiges" sehen möchten. Für die ist Star Trek nämlich nicht nur ein Name, sondern ein Prädikat!

Zu allem pompös inszenierten und politisch korrekten Überfluss wird in DISCO jeder, der schauspielern kann (David Cronenberg - surprise, surprise! - oder Oded Fehr zB), konsequent in eine nebenrollige Ecke gedrängt, stattdessen dürfen wir dabei zusehen, wie zwei dauergrinsende Schauspieleversuch:innen (Blu del Barrio und Ian Alexander) liebenswürdig über alle Probleme hinweggrinsen und sogar chronisch liebenswürdig und dauergrinsend mal eben Schluss machen, natürlich nicht, ohne in der nächsten Szene dchronisch grinsend und dauerliebenswürdig wieder Händchen zu halten ... meine Vermutung: irgendeiner der Drehbuchautoren hat die TNG-Folge mit den Binären gesehen und geschlussfolgert, dass für DISCO jetzt unbedingt etwas mit Nichtbinären ... und selbstredend pickt man sich für den Cast die wahrscheinlich einzigen beiden nichtbinären Personen ohne jegliches schauspielerische Talent raus und lässt sie liebenswürdig und dauernd um die Wette grinsen. Ich bin ja wirklich für Diversität, gerade Star Trek muss sowas eigentlich haben, denn wenn Star Trek eines lehrt, dann ist es Toleranz, aber als nichtdauerliebenswerte und nichtdauergrinsende nichtbinäre Person würde ich mich beleidigt fühlen, ehrlich! Sowas ist mir immer zu zwanghaft auf political correctness gekämmt.

Back to Star Wars: Folgende Problemstellung: ein Dorf in einer Wüste wird durch eine Geröll-Lawine eines nahegelegenen Bergs bedroht. Was würde man bei Star Trek erwarten? Höchstwahrscheinlich, dass der Captain seinen Ingenieur fragt, was dazu nötig sei, die eigenen Schutzschilde auf die Siedlung auszuweiten, oder? Und noch höchstwahrscheinlicher würde die Energie der Lebenserhaltungssysteme dazu in den Deflektor umgeleitet werden, was von ganz viel Technobabbel seitens der Lebenserhaltungsenergieumleiter begleitet wird. Alternativ ließe der Captain seinen Androiden in Windeseile berechnen, wie viele Shuttles nötig sind, um die Bewohner fix zu evakuieren. Soweit zu Star Trek, und was macht nun DISCO? Die Discovery und ein zufällig neben ihr befindliches Raumschiff stürzen StuKa-gleich aus dem All kopfüber in die Wüste, bleiben nebeneinander mit der Nase spatengleich im Sand stecken (kein Scheiß!), und dienen so als "Schild" für das Dorf. Auf sowas muss man erstmal kommen ... nüchtern fast unmöglich (unnötig zu erwähnen, dass diese Szene für die Handlung vollkommen unwichtig war, denn was die brauchten, hatten die schon aus dem Dorf, die haben jetzt nur noch ein paar Diebe verfolgt, die halt entkommen, mehr nicht). Und daraufhin bedankt sich Burnham bei beiden Besatzungen für ihre aufopfernde, heldenhafte, herzerweichende ... womit wir auch schon bei Punkt zwei sind, nämlich:


- Michael Burnham bzw. Sonequa Martin-Green ... ich lass jetzt mal vollkommen außer Acht, dass die Serie ein Star Trek eben nicht aus der Sicht des Captains zeigen wollte, Michael Burnham aber dreieinhalb von fünf Staffeln eben genau das ist, nämlich Captain. Was mir an der so richtig auf die Nerven geht, ist, dass die zB nicht nur einfach "Danke!" oder "Schön, Sie zu sehen!" sagen kann, nein, liebe Freunde der gestreamten Melancholie, Burnham legt den Kopf schief und einen Dackel in ihren Blick, verdrückt ein Tränchen, grinst grenzdebil dankbar, umarmt ihr Gegenüber innig und haucht ein schluchzendes "Danke!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" oder "Schön, Sie zu sehen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" Jede Silbe betonend und gezogen wie Kaugummi, und wo selbst "Titanic" auf sowas - aufgrund der Genfer Konventionen - nie länger als zehn Sekunden draufhielt, wird bei DISCO die burnham'sche Mimik vollformatig locker eine Minute lang von der Kamera studiert. Und Burnham begegnet sehr, sehr, sehr vielen Leuten und bedankt sich sehr, sehr, sehr oft. Die letzte Folge ist eine Doppelfolge, die Geschichte der Staffel ist da aber bereits nach ca. 30 Minuten zu Ende erzählt. Den Rest der Folge wird geheiratet und sich für alles mögliche bedankt, es gibt einen Blick in die Zukunft, in der sich wiedergesehen und bedankt wird ... ich komm darauf einfach nicht klar, das ist wie ein uneheliches Kind zwischen Darth Vader und Enie van de Meiklokjes, quasi wie Joanna McClane im rosa Tutu und Springerstiefeln, mit einer UZI in der einen und Zuckerwatte in der anderen Hand.

Ich weiß nicht, die Sonequa Martin-Green fand ich schon in The Walking Dead jetzt nicht so toll, dass man ihr unbedingt die Hauptrolle in DISCO hätte anbieten müssen. Vielleicht tu ich ihr ja auch einfach nur Unrecht und sie holt alles aus ihrem mies gescripteten Charakter raus, wer weiß. Aber "Captain-Material" ist die für mich einfach nicht.


- Die Breen sind der Feind. Nicht falsch verstehen, denn nix gegen die Breen! Das sind die coolen "Daft Punker" (hab gerade mal nachgeschaut, Daft Punk hatten tatsächlich 2001 ein Album namens "Discovery") im Star Trek Universum. Die tragen zwar dauernd Helm und brabbeln gar fürchterlich unverständliches Zeug, aber das kann man ja durch Stärke wettmachen. Und deren Schiffe treiben "Stärke" noch auf die Spitze. Sieht man wunderbar, wenn so ein Breen-Zerstörer mal eben vor dem Föderations-HQ parkt (auch sowas, worauf ich noch nicht klarkomme, dass das Hauptquartier der Föderation nicht auf einem Planeten Platz haben darf, sondern ein Konglomerat aus Schiffen und Stationen in einer Wolke im All ist). Neben so einem Zerstörer sieht selbst ein Borg-Kubus aus wie ein murmeliger Würfel oder eine würfelige Murmel. Das Problem ist jetzt nur, dass man a) nicht allzu viel von denen weiß und b) die wohl ob ihrer Coolness unserer Michael Burnham die Show stehlen würden. Also geht man hin, macht die zu behelmten Klingonen, deren Häuser in einem Bürgerkrieg um den vakanten Thron kämpfen, dichtet ihnen eine Intelligenz an, die es mit der der ... wie hießen die noch? ... ich komm nicht drauf ... die "Hallooo, unser Schiff ist putt, können wir mal eben Euren Geordi haben? Wir geben ihn Euch danach auch wieder zurück, versprochen! Höhöhö!" ... aufnehmen kann und segnet sie mit den Nahkampffähigkeiten von Didi Hallervorden ... also etwas wirklich Gutes, etwas wirklich Interessantes mal wieder bis zur Gehtnichtmehrkeit kaputtet, damit es nicht von Michael Burnham ablenken kann, das ist DISCOVERY!


Das Schlusswort überlasse ich @Cincinnati Cid , denn das passt nicht nur auf Star Wars und Doctor Who, das passt anscheinend auf alles, was auch nur im entferntesten SciFi ist:
die werden es verkacken vogel ... sieht man ja aktuell an der star wars story die sooooo ausgequetsht wird das nur noch müll dabei rauskommt ... traurig aber wahr
 

Birdie

Nobelpreisträger
@Titus Santana @Birdie

Das überlasse ich gerne Birdie, weil ... ach ... meine Augen brauchen mal Pause ... ich hab ja noch die letzten vier Folgen der zweiten Staffel "Outer Range" vor mir, und nächsten Freitag fängt die EM an, die - da sie weder in Russland noch in Katar stattfindet - mir keiner per schlechtes-Gewissen-Vermittlung madig machen kann. Aber die vier restlichen Folgen Outer Range schiebe ich halt irgendwie vor mir her. Letztens kam mir sogar der Gedanke, dass ich mir doch einfach mal die finale Staffel von "Star Trek: Discovery" ansehe, bevor ich mir die letzten Folgen von Outer ... das ist, wie einen Zahnarzttermin durch eine Blinddarm-OP ohne Betäubung zu ersetzen. Also hab ich mir meinen Bauch rasiert und DISCO angeschmissen ... aus zwei Gründen: zum einen spielt da Callum Keith Rennie mit, den ich schon seit "Ein Mountie in Chicago" mag, und zum anderen wegen des Zauberworts: final! Aber "Eric" krieg ich während der EM angeschaut und sag was dazu, sollte Birdie es verkacken. :D Ich handle DISCO aber mal kurz (für meine Verhältnisse) ab:

Ja, er spielt tatsächlich mit. Callum Keith Rennie, der einzige Lichtblick in dem unterirdischen "Saw: Jigsaw" (in seiner Grottigkeit nur noch getoppt von "Saw: Spiral" ... weißte, da freu ich mich wirklich, Chris Rock mal in einer ernsten Rolle zu sehen, und dann kommt das dabei raus ... Gott, war der Film schlecht!) und mein zweitliebster Zylon. Und Nummer Zwei spielt als neue Nummer Eins (Brüller ... biblischen Ausmaßes!) sogar auf der Brücke der Discovery, die sich bis dato ja echt nur dadurch auszeichnete, dass sie kein Mensch mit abgeschlossener Schauspielausbildung je zuvor betreten durfte (Michelle Yeoh, Jason Isaacs, Doug Jones und Mason Mount als die vier Ausnahmen, die die fünfstaffelige Regel bestätigen). Und die ersten fünf Folgen der letzten Staffel macht es auch Spaß, Rennie zuzusehen. Er spielt da halt mit einer Ich-flieg-lieber-solo-und-vertraue-niemandem-Attitüde, die perfekt zu ihm passt, hübsch bärbeißig und stur wie tausend Rinder. Und ich denke, kurz vor Folge sechs haben die Showrunner und Produzenten ihren Fehler eingesehen und ihn zur für die Handlung kaum noch relevanten Nebenfigur degradiert, der erst in der letzten Folge noch mal ein bisschen mitmischen darf, aber auch nur unter der Voraussetzung, dass ein Sechsjähriger Stargate: Kommando SG-1-Fan seine Zeilen schreiben darf. Denn DISCO hat nur eine Protagonistin, und die hört auf den schönen Namen Michael Burnham. Nichts soll von ihr ablenken, denn sie allein hebt die Serie qualitativ schließlich in Höhen, die noch nie ein Mensch zuvor ... seit wann ist Cannabis eigentlich in den USA legal?

Kurz zum Guten an der Serie: ich war bass erstaunt, dass die Staffel tatsächlich spannend gescriptet und flott erzählt wurde. Auch wurde vom (im Gegensatz zu den ersten beiden Staffeln) dauerhaften Gebrauch der Dutch Angle abgesehen (schiefe Kameraeinstellung), wofür mein Nacken sich artig bedankt. Und einer der Drehbuchautoren hat kurz vor der letzten Staffel wahrscheinlich einen Dan Brown-Roman gelesen und sich eine Schnitzeljagd-Story ausgedacht. Zu meinem großen Erstaunen macht die sogar durchaus Sinn und Spaß. Am Ende wird sogar die gar nicht mal so vollpfostige transzendental-philosophische Frage in den Raum gestellt, was wäre, wenn Gott auch nur ein Geschöpf ist, also erschaffen wurde ... das ist so rein von der Story her echt mal ein versöhnlicher Abschluss dieser gruselgruftigen Serie. Soviel zum Guten an der Staffel.

Kommen wir zum ... neee ... würde ich jetzt alles aufschreiben, was mir an DISCO nicht gefällt, würde das wahrscheinlich so lange dauern, bis die Realität bei Star Trek angekommen ist. Deshalb stellvertretend nur ein paar Punkte:


- Star Trek ist nicht Star Wars, ist nicht Stargate und ist noch nicht einmal Starsky und Hutch! Star Trek war nie nur Krach-Bumm-Peng und humorige oder moralingetränkte Oneliner. Und ganz selten war es schlicht der Kampf Gut gegen Böse. Klar, in einigen Folgen (vor allem in den Filmen) gab's das auch. Aber halt nicht nur! Star Trek war (zumindest für mich) immer, vermittelnd, neugierig, forschend und politisch (die ganzen Klingonen-Folgen allein). Mir kommt das so vor, als wolle da irgendsoein Studiohampel auf Gedeih und Verderb Star Trek in die Star Wars- oder Galactica- oder Stargate SG-1-Ecke schieben, weil ... keine Ahnung ... LSD, chronische Untervögelung oder einfach nur, weil er Star Trek mit Star Wars verwechselt hat und sich die ganze Zeit fragt, wann er denn endlich was über die Ewoks schreiben darf. Aber um zu zeigen, dass es sich um echtes, reales, voll richtiges Star Trek handelt, wird gebeamt ... es wird gebeamt, was das Zeug hält. Die gehen nicht mehr von der Brücke in den Raum des Captains oder fahren mit dem Turbolift zum Maschinenraum, die zehn, zwanzig Meter Fußweg sind zu lang, die hauen sich stattdessen zweimal auf die Brust und beamen dorthin. Dass sich noch keiner in einen Turbolift gebeamt hat, ist eigentlich alles. Scotty würde sich im Grabe drehen.

"Babylon 5" hätte man z.B. rebooten können, da steht auch "Roddenberry" drauf. Da braucht es SFX, da braucht es neue entstellte Gesichter (mir ist vollkommen klar, dass nicht alle Außerirdischen und sonstige Protagonisten aussehen können wie Halle Berry oder Megan Fox oder Schorsch Clooney oder Brad Pitt. Warum man die bei "Babylon 5" aber alle auf der Hässlichkeitsskala so um Karl-Dall-Niveau herum festtackern musste, ist mir allerdings ein Rätsel!) Man hätte auch "Firefly - Der Aufbruch der Serenity" fortsetzen können - den (jetzt echt nicht so dollen) Film hätte man dann vielleicht einfach nur als bösen Traum River Tam's deklarieren können ... irgendwas halt. Obwohl die Serie für die von mir angenommene geistige Verfassung der Anhängerschaft DISCOs eindeutig zu hoch ist. Das ist wie Lustiges Taschenbuch Nr. 145 gegen James Joyce: ein ungleicher Kampf! Aber ich schweife ab ...

Worauf ich hinauswill: Da gibt es eine TNG-Folge, die heißt "Wem gehört Data?", und ist mit eine der besten, wenn nicht sogar die beste Folge der Serie. Und da kam weder CGI zum Einsatz (in einer Szene gibt es einen Blick aus einem Bullauge, und da fliegt ein Raumschiff vorbei ... das kannst Du mit einem Fernseher hinter dem Guckloch erreichen), noch war es eine Meisterleistung der maskenbildenden SFX-Abteilung, Brent Spiner als Data den Arm auf den Rücken zu binden, damit man an dessen Stelle einen künstlichen Arm anklebt, den Riker dann öffentlichkeitswirksam wieder abschraubt ... keiner stirbt, es wurde nicht einmal geschossen, keiner wird verstümmelt, nichts explodiert, es wird nicht dreiviertel der Folge untertiteltes Klingonisch gesprochen, auch der Romulanische Geheimdienst vom Geheimdienst vom Geheimdienst kommt nicht darin vor ... und die Folge hat trotzdem funktioniert, aber hallo! Und unter anderem diese Folge ist für viele nicht weniger als der Maßstab für Star Trek.

Was spricht eigentlich dagegen, so eine Serie wieder neu zu schaffen? Sie wäre weit, weit kostengünstiger produziert als der DISCO-Müll (und damit auch nicht mehr so verdammt abhängig von den Einschaltquoten), hätte aber bei weitem mehr Fans und gute Kritiken. Und wenn Du halt mit Star Trek nicht mehr die Masse bedienen kannst, dann lass es doch einfach, herrgottnocheins! Aber verkauft nicht DISCO als Star Trek, das es einfach nicht mehr ist. Bestenfalls ist das "Treksploitation", mehr aber auch nicht. Nimm zehn Trekkies per Losentscheid, gib denen genug Junkfood und Gummibärchensaft aus rot-weiß-silbernen Dosen, lass sie dann einen Monat lang über der Memory Alpha hocken, und die schreiben Dir eine Star-Trek-Serie, die den Namen auch wieder verdient hätte. Und das garantiert umsonst! Nur, weil die auch ganz gern mal wieder was "Trekkiges" sehen möchten. Für die ist Star Trek nämlich nicht nur ein Name, sondern ein Prädikat!

Zu allem pompös inszenierten und politisch korrekten Überfluss wird in DISCO jeder, der schauspielern kann (David Cronenberg - surprise, surprise! - oder Oded Fehr zB), konsequent in eine nebenrollige Ecke gedrängt, stattdessen dürfen wir dabei zusehen, wie zwei dauergrinsende Schauspieleversuch:innen (Blu del Barrio und Ian Alexander) liebenswürdig über alle Probleme hinweggrinsen und sogar chronisch liebenswürdig und dauergrinsend mal eben Schluss machen, natürlich nicht, ohne in der nächsten Szene dchronisch grinsend und dauerliebenswürdig wieder Händchen zu halten ... meine Vermutung: irgendeiner der Drehbuchautoren hat die TNG-Folge mit den Binären gesehen und geschlussfolgert, dass für DISCO jetzt unbedingt etwas mit Nichtbinären ... und selbstredend pickt man sich für den Cast die wahrscheinlich einzigen beiden nichtbinären Personen ohne jegliches schauspielerische Talent raus und lässt sie liebenswürdig und dauernd um die Wette grinsen. Ich bin ja wirklich für Diversität, gerade Star Trek muss sowas eigentlich haben, denn wenn Star Trek eines lehrt, dann ist es Toleranz, aber als nichtdauerliebenswerte und nichtdauergrinsende nichtbinäre Person würde ich mich beleidigt fühlen, ehrlich! Sowas ist mir immer zu zwanghaft auf political correctness gekämmt.

Back to Star Wars: Folgende Problemstellung: ein Dorf in einer Wüste wird durch eine Geröll-Lawine eines nahegelegenen Bergs bedroht. Was würde man bei Star Trek erwarten? Höchstwahrscheinlich, dass der Captain seinen Ingenieur fragt, was dazu nötig sei, die eigenen Schutzschilde auf die Siedlung auszuweiten, oder? Und noch höchstwahrscheinlicher würde die Energie der Lebenserhaltungssysteme dazu in den Deflektor umgeleitet werden, was von ganz viel Technobabbel seitens der Lebenserhaltungsenergieumleiter begleitet wird. Alternativ ließe der Captain seinen Androiden in Windeseile berechnen, wie viele Shuttles nötig sind, um die Bewohner fix zu evakuieren. Soweit zu Star Trek, und was macht nun DISCO? Die Discovery und ein zufällig neben ihr befindliches Raumschiff stürzen StuKa-gleich aus dem All kopfüber in die Wüste, bleiben nebeneinander mit der Nase spatengleich im Sand stecken (kein Scheiß!), und dienen so als "Schild" für das Dorf. Auf sowas muss man erstmal kommen ... nüchtern fast unmöglich (unnötig zu erwähnen, dass diese Szene für die Handlung vollkommen unwichtig war, denn was die brauchten, hatten die schon aus dem Dorf, die haben jetzt nur noch ein paar Diebe verfolgt, die halt entkommen, mehr nicht). Und daraufhin bedankt sich Burnham bei beiden Besatzungen für ihre aufopfernde, heldenhafte, herzerweichende ... womit wir auch schon bei Punkt zwei sind, nämlich:


- Michael Burnham bzw. Sonequa Martin-Green ... ich lass jetzt mal vollkommen außer Acht, dass die Serie ein Star Trek eben nicht aus der Sicht des Captains zeigen wollte, Michael Burnham aber dreieinhalb von fünf Staffeln eben genau das ist, nämlich Captain. Was mir an der so richtig auf die Nerven geht, ist, dass die zB nicht nur einfach "Danke!" oder "Schön, Sie zu sehen!" sagen kann, nein, liebe Freunde der gestreamten Melancholie, Burnham legt den Kopf schief und einen Dackel in ihren Blick, verdrückt ein Tränchen, grinst grenzdebil dankbar, umarmt ihr Gegenüber innig und haucht ein schluchzendes "Danke!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" oder "Schön, Sie zu sehen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" Jede Silbe betonend und gezogen wie Kaugummi, und wo selbst "Titanic" auf sowas - aufgrund der Genfer Konventionen - nie länger als zehn Sekunden draufhielt, wird bei DISCO die burnham'sche Mimik vollformatig locker eine Minute lang von der Kamera studiert. Und Burnham begegnet sehr, sehr, sehr vielen Leuten und bedankt sich sehr, sehr, sehr oft. Die letzte Folge ist eine Doppelfolge, die Geschichte der Staffel ist da aber bereits nach ca. 30 Minuten zu Ende erzählt. Den Rest der Folge wird geheiratet und sich für alles mögliche bedankt, es gibt einen Blick in die Zukunft, in der sich wiedergesehen und bedankt wird ... ich komm darauf einfach nicht klar, das ist wie ein uneheliches Kind zwischen Darth Vader und Enie van de Meiklokjes, quasi wie Joanna McClane im rosa Tutu und Springerstiefeln, mit einer UZI in der einen und Zuckerwatte in der anderen Hand.

Ich weiß nicht, die Sonequa Martin-Green fand ich schon in The Walking Dead jetzt nicht so toll, dass man ihr unbedingt die Hauptrolle in DISCO hätte anbieten müssen. Vielleicht tu ich ihr ja auch einfach nur Unrecht und sie holt alles aus ihrem mies gescripteten Charakter raus, wer weiß. Aber "Captain-Material" ist die für mich einfach nicht.


- Die Breen sind der Feind. Nicht falsch verstehen, denn nix gegen die Breen! Das sind die coolen "Daft Punker" (hab gerade mal nachgeschaut, Daft Punk hatten tatsächlich 2001 ein Album namens "Discovery") im Star Trek Universum. Die tragen zwar dauernd Helm und brabbeln gar fürchterlich unverständliches Zeug, aber das kann man ja durch Stärke wettmachen. Und deren Schiffe treiben "Stärke" noch auf die Spitze. Sieht man wunderbar, wenn so ein Breen-Zerstörer mal eben vor dem Föderations-HQ parkt (auch sowas, worauf ich noch nicht klarkomme, dass das Hauptquartier der Föderation nicht auf einem Planeten Platz haben darf, sondern ein Konglomerat aus Schiffen und Stationen in einer Wolke im All ist). Neben so einem Zerstörer sieht selbst ein Borg-Kubus aus wie ein murmeliger Würfel oder eine würfelige Murmel. Das Problem ist jetzt nur, dass man a) nicht allzu viel von denen weiß und b) die wohl ob ihrer Coolness unserer Michael Burnham die Show stehlen würden. Also geht man hin, macht die zu behelmten Klingonen, deren Häuser in einem Bürgerkrieg um den vakanten Thron kämpfen, dichtet ihnen eine Intelligenz an, die es mit der der ... wie hießen die noch? ... ich komm nicht drauf ... die "Hallooo, unser Schiff ist putt, können wir mal eben Euren Geordi haben? Wir geben ihn Euch danach auch wieder zurück, versprochen! Höhöhö!" ... aufnehmen kann und segnet sie mit den Nahkampffähigkeiten von Didi Hallervorden ... also etwas wirklich Gutes, etwas wirklich Interessantes mal wieder bis zur Gehtnichtmehrkeit kaputtet, damit es nicht von Michael Burnham ablenken kann, das ist DISCOVERY!


Das Schlusswort überlasse ich @Cincinnati Cid , denn das passt nicht nur auf Star Wars und Doctor Who, das passt anscheinend auf alles, was auch nur im entferntesten SciFi ist:

Also ich hab mir diese Hetzkampagne gegen Star Trek Discovery jetzt durchgelesen, aber irgendwie ist davon nur "blaaaa, blabla, blablubblabla.... lustiges Taschenbuch ist schlechter als James Joyce... niemand versteht mich... heuuuuuuuuuuul".

Was soll das? Die Ausgabe 145 "Das Talermonster" ist ein Klassiker der amerikanischen Weltliteratur und kann es locker mit einem sogenannten Klassiker wie "Onassis" oder so aufnehmen! Wie kannst... nö, also, nö :mad:

Ich dachte schon, Du wärst literaturtechnisch ein wenig aufgeschlossener, aber da hab ich mich wohl geirrt :tumble::blink:
 

Birdie

Nobelpreisträger
Ok ok ok,

bevor mich Billy-Bob steinigt, noch schnell ein TV-Tip:

Three Thousand Years of Longing (Prime) mit einer meiner Lieblingsschauspielerinnen (nein, nicht Jenna Coleman), Tilda Swinton.

Worum gehts?

Unsere Protagonistin kauft sich in einem Basar in Istanbul eine hübsche Flasche als Souvenir, welche lustigerweise die Heimstatt eines Dschinns ist. Wie üblich bietet der Dschinn unserer cleveren Doktorin 3 Wünsche an, aber ist halt doof, wenn man sich eigentlich gar nichts wünschen will...

Ein Fantasy-Film mit Tilda Swinton und Idris Elba mit alt bekannten Thema las sich eigentlich ziemlich cool und so habe ich in den Film reingeschnuppert und was soll ich sagen? Schaut Euch diesen Flick, diese Parabel über das Leben, die Liebe und unsere Welt an. Es ist einer dieser kleinen, nie gross herausgekommenen Filme, die wahre Schmuckstücke im Hollywood-Einheitsbrei sind und wenn Euch das noch nicht überzeugt, der Regisseur ist übrigens George Miller! Ja, genau, der Mad Max George Miller ;)

Und wer dann meint, he, die Tilda hats Fantasy-mässig echt drauf, der sieht sich danach noch "Orlando" an. Den gibt`s zum Leihen auf Prime aber die 4 Mücken sind es auf jeden Fall wert :)

Kuckt rein!
 

Styled Bill

Entdecker
Also ich hab mir diese Hetzkampagne gegen Star Trek Discovery jetzt durchgelesen, aber irgendwie ist davon nur "blaaaa, blabla, blablubblabla.... lustiges Taschenbuch ist schlechter als James Joyce... niemand versteht mich... heuuuuuuuuuuul".

Was soll das? Die Ausgabe 145 "Das Talermonster" ist ein Klassiker der amerikanischen Weltliteratur und kann es locker mit einem sogenannten Klassiker wie "Onassis" oder so aufnehmen! Wie kannst... nö, also, nö :mad:

Ich dachte schon, Du wärst literaturtechnisch ein wenig aufgeschlossener, aber da hab ich mich wohl geirrt :tumble::blink:

Einigen wir uns auf den Vergleich: Autobiographie von Dieter Bohlen und James Joyce' Ulysses, einverstanden?

Und zum Rest würd ich gerne was sagen, aber Tim Mälzer kocht gerade gegen Steffen Hennsler in Kitchen imposssible ...
smilie_tv_26.gif
 

Birdie

Nobelpreisträger
die werden es verkacken vogel ... sieht man ja aktuell an der star wars story die sooooo ausgequetsht wird das nur noch müll dabei rauskommt ... traurig aber wahr

Oh!

Ab Folge 5 wurde es tatsächlich besser, aber eines stört mich irgendwie und bisher wusste ich noch nicht genau was. Es kommt einem so unvollständig vor, als ob bei jeder Folge etwas fehlt. Irgendein Abschluss, ein Ende von dem es dann wieder weitergehen kann... hm, vielleicht kommts mir auch nur so vor.
 

Birdie

Nobelpreisträger
Ich bin mit Eric durch. Leider kann ich überhaupt nichts dazu schreiben ohne zu spoilern und so muss ich allgemein bleiben. Cumberbatch spielt den Arschloch-Vater mit Alkoholproblem richtig gut. Das ist eine Rolle die man so von ihm noch nicht kennt. Ist er nun das Highlight dieser Mini-Serie? Ich finde McKinley Belcher III als Ledroit, Leiter der Vermissten-stelle, hat das verdient. Warum und wieso kann ich hier noch nicht verraten. Das müsst ihr selber ansehen und euch eine Meinung bilden. Diese Mini Serie hat einen Twist ab der 4 Episode, die ganz andere Dinge in den Vordergrund holt als die Suche nach dem vermissten Sohn Edgar.

Wer auf Aktion steht oder Grusel und SciFi erwartet ist hier völlig falsch. Das ist ein Familiendrama mit allem was dazugehört - aber ich sage trotzdem: Sehenswert. Jetzt bin ich mal gespannt, was ihr dazu raus haut, falls ihr euch diese 6 Episoden anseht.

Sooooo, bin fast durch mit der 6teiligen Cumberbatch`en Version von Leaving Las Vegas inc. Kindesentführung, Mord, Korruption und einem imaginären Krümelmonster im New York der 80er.

Titus hat auf jeden Fall recht: Cumberbatch spielt den Cumberbatch aber McKinley spielt den schwarzen schwulen Cop aus der Vermisstenabteilung dermaßen gut, dass er Bennie locker die Schau stiehlt.

Ja, es gibt keine Action, viel Drama und die Entführung des 9jährigen Sohnemanns sowie die Auflösung des Polizeiskandals tritt für viele andere kleine Nebenschauplätze - die absolut Dysfunktionale Familie des Vaters, die fremdgehende und schwangere Ehefrau, der AIDS-Tod des Partners des Cops und einiges mehr - in den Hintergrund.

Die Serie ist gut, aber für 6 Teile wohl ein wenig zu kurz, um die ganzen Nebenhandlungsstränge besser ausarbeiten zu können. So bleibt vieles nicht zu Ende gebracht, was man leider häufig bei diesem Mini-Serien-Format hat. Oft konzentrieren sich diese Serien hauptsächlich auf das Finale in der letzten Folge, welche dann aber wiederum zu kurz ist, um alle Stränge, die man sorgfältig ausgelegt hat, auch wieder derart aufzulösen, dass sich das Sehen der vorherigen 5 Folgen auch "lohnt".

Wie es ausgeht, sag ich nicht. Kuckt selber rein :p
 

Birdie

Nobelpreisträger
Ich hab mal wieder einen Tip für Euch!

Bin gerade durch die 7teilige Science-Fiction-Horror-Serie "Nightmares and Daydreams" auf Netflix durch und das ist ja mal was!

Die philippinische Produktion von Joko Anwar, von dem es nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag gibt, hat alles was das müllgebeutelte Holly- und Koreawood-Einerlei nicht hat: Sie ist spannend, lustig und man hofft inständig, dass sie irgendwie fortgesetzt wird.

Jede Folge erzählt ihre eigene unabhängige Geschichte von ganz normalen Leuten, die irgendwie total zufällig Bekanntschaft mit dem Übernatürlichen machen:

Ein Taxifahrer, der seine demente Mutter in ein Altersheim der anderen Art einliefert, ein armes Paar, welches aus Geldnöten einen Jungen adoptiert, der zwar unermesslichen Reichtum beschert, aber nach einer Woche ist man eben tot, eine Autorin, die mit der schmerzhaften Lebensgeschichte ihrer Protagonistin verbunden wird, ein armer Fischer, der einen Engel fotografiert, ein Mann, der sich plötzlich in einer Parallelwelt wiederfindet, ein Hypnotiseur, der versucht seiner eigenen Hypnose zu entkommen und zum Schluss eine junge Frau, die sich auf die Suche nach ihrer spurlos verschwundenen Schwester begibt.

Was anfangs so scheint, als ob alle Geschichten, ähnlich einer Anthologie, wie z.B. in Black Mirror, überhaupt nichts miteinander zu tun hätten, der wird am Ende eines besseren belehrt, denn es gibt einen Twist im Twist ;)

Viel Spass und kuckt rein!

p.S. Es gibt seit heute auf Netflix auch einen eher selten gezeigten Film: The Spirit von Frank Miller (Sin City 1 und 2 usw.)

Der Film, der ein paar Jahre nach Sin City (Teil 1) entstanden ist, reitet zu 100% auf dessen Welle und hatte es trotz immensen Staraufgebot sowohl an den Kinokassen und bei den Kritikern ("zu stylisch - zu wenig filmisch") nicht geschafft. Vielleicht liegt es einfach daran, dass Frank Miller nach der Verfilmung seines eigenen Comics, Sin City, einfach aufhören hätte sollen, denn was danach kam... naja...

Für den Comic-Fan (die Vorlage stammt von Will Eisner, den "Erfinder" der Graphic Novel) ist "The Spirit" jedoch bestimmt einen Hingucker wert :)
 
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